Keine Macht den Drogen!

Hallo

Heute war ein relativ ereignisloser und fauler Tag.
Mit faul meine ich, dass wir nur etwa 4 Stunden spazieren gegangen sind bisher. Und ansonsten nur aufgeräumt und gegessen haben.

Wir wurden heute morgen (mal wieder) zu dem lieblichen Klang von Wotans Bellen wach.
Das ist der Nachteil an einem Wohngebiet, es laufen ständig Leute an einem vorbei. Um halb 9. An einem Sonntag. Die spinnen, die Briten!
Ansonsten kann man hier gut stehen - bis auf die gelegentlichen irritierten Blicke spricht eigentlich nichts dagegen.
In letzter Zeit schläft Wotan wieder auf dem Boden. Der Grund dafür ist schlicht und einfach der Folgende: Versucht mal ein 40 Kilo schweres Plüschtier vom Bett zu werfen, wenn es sich in die hinterste Ecke an die Wand presst und mit jeder schwarzen Faser seines Flauschfelles ausdrückt "Ich bin winzig, lasst mich hier schlafen!"
Also muss Wotan runter. Das heißt, er muss nicht. Er zieht es zwei schweren Mädchen vor, die auf seinem Rücken schlafen.
Unten kann er sowieso ungestörter Bellen.
Ich liege in letzter Zeit immer am Gang und werde deshalb als erstes wach - zunächst noch von einem leichten Schnauben, wenn die ersten Menschen vorbei laufen.
Nach etwa 10 vorbeilaufenden mutmaßlichen Mördern lässt sich Wotan nicht mehr von meiner mahnenden Hand beeindrucken. Ich zische ein "Scht!" und stupse ihn an, doch er kann die Gefahr nicht länger ignorieren. Und ich kann nicht näher an ihn ran, weil ich in Franzys Klammergriff gefangen bin.
Also frei nach Konfuzius (oder so): Wenn die Johnny nicht zum Hund kommt, kommt der Hund zur Johnny.
Also rücken wir so weit wie möglich nach hinten, Senta drängt sich wieder gegen das Fußende und Wotan kann mit aufs Bett.
Mit dem Kopf nach unten. Denn alles andere wäre ja niedlich. Und er ist ein großer bedrohlicher Rottweiler!

So schaffen wir es oft, noch etwa 20 Minuten liegen zu bleiben, bevor Senta eifersüchtig wird und auch bekuschelt werden will. Wotan will dann, endlich im Schutz unserer Arme, auch ein bisschen schlafen, nachdem er die ganze Nacht lang Wache gehalten hat.
Vielleicht ist er deshalb immer so nervös, weil wir nicht verstanden haben, dass wir uns mit dem Wache halten abwechseln. O.O
Wir dämlichen Menschen. Da hätten wir doch mal ihn vor den vielen bösen vorbeilaufenden Menschen, Hunden, Katzen, Eichhörnchen, Vögeln, Schatten, Lichtpunkten und Blättern beschützen können!

Auf jeden Fall sind wir nach so einem Morgen erstmal wach und üblicherweise noch nicht hungrig.
Also gehen wir erst einmal für etwa eine Stunde in den Park. Das ist übrigens (keine Ahnung, ob das schon irgendwo steht) der Wollaton Hall and Deer Park. Das Schloss darin ist dann wohl auch die Wollaton Hall.
Es gibt hier auch Wollaton Bänke und Statuen und Dachdecker und Versicherungen und Toiletten und und und..
Wir sollten herausfinden, was Wollaton ist. Vielleicht heißt so die Stadt, in der wir sind? Es ist echt verdammt schwer rauszufinden! (Es sei denn, wir fragen jemanden...)

Dann Frühstück, nochmal spazieren gehen, wieder essen, nochmal spazieren gehen.

Heute morgen wurde im Schloss (Hall?) ein kleiner Flohmarkt aufgebaut, bei dem es einen Topf und eine Kelle und eine Schüssel für wahnsinnig billig gab ^-^

Es ist und hier schon oft aufgefallen: Es stimmt, England ist teuer, doch man kann auch unheimlich günstig leben.
Die Hofläden, die es an jeder Straße gibt, verkaufen Biogemüse und -obst und heu und -stroh zu kleineren Preisen als jeder Supermarkt mit Biosortiment. (Ich war fast gewillt ein riesiges Bündel Stroh zu kaufen, einfach weil es nur 50 Pence gekostet hat ^-^)
Und alle möglichen Gegenstände für den Haushalt kann man sich in Charity-Läden zusammenkaufen, in denen ein Schrank 2 Pfund kostet.
Wir haben jetzt also einen neuen Topf für einen Pfund und eine Kelle für 30 Pence und einen Schüssel (Weil meine kaputt gegangen ist ) für 80 Pence. Und die Schüssel ist wahnsinnig süß und sieht aus wie eine Tasse mit Untertasse und ist vielleicht auch genau das aber eben in groß und aww ^-^
Und grün.

Als Ausgleich haben wir nochmal unsere Sachen durchgeguckt und aussortiert. Wir haben jetzt einen großen Müllsack und zwei Plastiktüten mit Kleidung, die wir morgen in einem Laden verkaufen wollen.

Im Bus optimieren wir mit der Zeit auch immer mehr. In den Klappfächern gegenüber vom Bett sind nun unser Schmuck und unser Geschirr. Zum Essen klappen wir die Klappen herunter und haben so: Tische! Whee!
Und sollten wir tatsächlich mal die Notwendigkei/ die Muße sehen, uns zu schminken, lässt sich das auch mit Schminktisch bewerkstelligen. Beste Konstruktion.
Wir haben bequem einsortierte Regale und alles praktisch und so und das ist schön ^-^

Ja... Also haben wir das auch geschafft. Dann wollten wir spazieren gehen aber nach (gefühlt) zwanzig Minuten war die Stadt dann doch langweilig. Also sind wir zurück gegangen, um (Überraschung!) zu essen.
Gefühlte zwanzig Minuten sind übrigens inzwischen eine Stunde. Genauso wie vor dem Frühstück noch mal schnell in den Park.
Drei Stunden Nottingham hat sich dafür eher wie eine Stunde angefühlt. Also ich weiß nicht, ob wir trainierter sind im Gehen oder ob mein Zeitgefühl einfach dämlicher denn je ist.
Die letzte Stunde spazieren war dann gerade eben, als wir uns (mal wieder) essen gekauft haben. Yummie ^-^
Damit saßen wir dann bis grade eben hier und haben genäht und Blog geschrieben und sowas. Also alles ganz entspannt.
Aber! Unproduktive Tage sind jene mit nur vier Stunden Spazierengehen und ansonsten aufräumen und ausmisten.
Und! Wir haben 15 Kilo-Futtersäcke und ich habe sie ins Auto gehoben und als leicht befunden! Success!
Wenn das jemand vor drei Monaten von mir behauptet hätte... Nein, das hätte niemand behauptet...
Egal. Leben hier ist teuer aber billig.
Wir sind faul aber aktiv.
Alles hier ist anstrengend aber fällt so leicht.

Gegensätze ^-^

Ich hoffe, ihr habt Freude, dort, in eurem (wie ich höre) verregneten Deutschland.
Hier läuft jemand singend um den Bus, das heißt morgen sind wir vielleicht von all unseren Sünden geheilt ^-^ Was habt ihr vorzuweisen?
:D
<3
Liebe und Frieden.
Und so.
Bye.
:*

12.10.14 22:37

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